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BIG Steinweiler e.V.Kein Geothermiekraftwerk in Steinweiler!

von unter Allgemein

Laut einer Mitteilung des Mainzer Wirtschaftsministeriums vom 29.06.2010 hat das Landesamt für Geologie und Bergbau die Genehmigung für den Probebetrieb für das Landauer Geothermiekraftwerk um drei Monate bis zum 30.09.2010 verlängert. „Dafür gelten auch weiterhin die zuletzt erlassenen zusätzlichen und strengeren Bedingungen, die dem Betreiber infolge der aufgetretenen seismischen Erschütterungen auferlegt worden sind“, betonte Staatssekretär Alexander Schweitzer. Zu diesen Auflagen gehört insbesondere die Druckreduzierung auf 45 bar. Klar, denn ein weiteres Erdbeben in Landau dürfte das endgültige Aus für das dortige Kraftwerk und wohl auch für die Tiefengeothermie in ganz Rheinland-Pfalz bedeuten.

Wie es in Landau weitergeht, ist auch im übrigen unklar. Denn Peter Hauffe, bislang Geschäftsführer des Geothermie-Betreibers geox, kehrt laut einem Interview mit der RHEINPFALZ (Pfälzer Tageblatt – Ausgabe Rheinschiene Nr. 146 vom Montag, den 28. Juni 2010, Seite 22) mit Ablauf des 30.06.2010 zu den Pfalzwerken zurück. Wer ab dem 01.07.2010 sein Nachfolger wird, konnte Hauffe in dem Interview nicht angeben: „An der Auswahl meines Nachfolgers bin ich nicht beteiligt“, so Hauffe. Ebenfalls geht aus dem Interview nicht hervor, ob Hauffe Landau aus eigenem Antrieb verläßt oder ob er gefeuert wurde.

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Am 23.06.2010 hat sich nun auch in Haßloch eine Bürgerinitiative gegründet, um sich für die Haßlocher Bürger einzusetzen und entsprechende Aufklärung über die Geothermie zu betreiben.

Ein kleiner Kreis von Haßlocher Bürgern hatte sich zuvor mit Betroffenen in Landau getroffen, um sich vor Ort angesichts der dort eingetretenen Schäden selbst davon zu überzeugen, welche Auswirkungen die Tiefengeothermie mit sich bringen kann. Auch konnten sich dort die Haßlocher sehr intensiv mit Geschädigten unterhalten.

In Haßloch beabsichtigt die Firma GeoEnergy ebenso wie in Schaidt ein Geothermiekraftwerk zu errichten und zu betreiben.

Auch die Haßlocher Bürgerinitiative fordert, schon vor Beginn von etwaigen Bohrungen ein seismisches Gutachten von der Betreiberfirma einzuholen, um die Gemeinde Haßloch und die Haßlocher Bürger vor entsprechenden Schäden zu bewahren.

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Aus den bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd und beim Landesamt für Geologie und Bergbau eingereichten Antragsunterlagen der Evonik New Energies GmbH ist ersichtlich, daß im Bereich des Geothermie-Erlaubnisfeldes Kandel nicht nur ein Geothermiekraftwerk entstehen soll, sondern mehrere Geothermiekraftwerke geplant sind.

Wir zitieren aus dem Antrag der Evonik zur vereinfachten raumordnerischen Prüfung vom August 2009 (Hervorh. durch die Redaktion):
„Im Erlaubnisfeld Kandel ist es geplant, mehrere geothermische Kraftwerke zu errichten. Im Rahmen der strategischen Inangriffnahme dieses neuen Geschäftsfeldes ist nun die Umsetzung des ersten Geothermieprojektes zur Strom- und optionalen Wärmeerzeugung geplant. Als Ergebnis umfangreicher geologischer und geophysikalischer Voruntersuchungen wurde aufgrund der identifizierten geologischen Strukturen der Standort Steinweiler als Standort für die Realisierung des ersten Erdwärmeprojektes ausgewählt.“

Bestätigt wird die Planung, mehrere Geothermiekraftwerke in ein- und demselben Erlaubnisfeld zu errichten, im bergrechtlichen Hauptbetriebsplan der Evonik.

Der Hauptbetriebsplan liegt derzeit dem Bergamt zur Prüfung der Genehmigungsvoraussetzungen vor. Allerdings ruht das Verfahren derzeit auf ausdrücklichen Wunsch der Evonik wegen des massiven Widerstands der Steinweilerer.

In der Auswahl für das erste Geothermiekraftwerk waren noch drei weitere Standorte: Steinweiler Bereich Sandbuckel, Kandel Gewerbegebiet Horst und Kandel Höfen.

Möglicherweise sollen die weiteren geplanten Geothermiekraftwerke an den vorgenannten Standorten projektiert werden.

Denkbar ist natürlich auch, daß die Evonik die weiteren Geothermiekraftwerke an ganz anderer Stelle platzieren will, denn das Erlaubnisfeld Kandel, auf welches sich die Aufsuchungserlaubnis bezieht, hat eine weitläufige Ausdehnung:

Inmitten des Feldes liegen Kandel, Steinweiler, Erlenbach und Herxheim-Hayna. Das Erlaubnisfeld umschließt im Nordwesten große Teile von Billigheim-Ingenheim, im nördlichen Teil nach Osten verlaufend dann Rohrbach und den südlichen Teil von Herxheim. Hatzenbühl und Teile von Rheinzabern liegen im östlichen Bereich dieses Erlaubnisfeldes, das bis an den Ortsrand von Jockgrim reicht. Im südlichen Bereich des Erlaubnisfeldes liegen Minfeld und Freckenfeld. Im Südwesten schließt das Erlaubnisfeld fast unmittelbar am Ortsrand von Schaidt ab, wo bekanntlich das einem anderen Projektbetreiber zugeordnete Erlaubnisfeld beginnt. Im Westen des Erlaubnisfeldes Kandel liegen Winden und die äußersten Randbereiche von Hergersweiler.

Die Gesamtgröße des Erlaubnisfeldes Kandel beträgt knapp 114 km². Hiervon wurden jedenfalls bis August 2009 allerdings erst 45 km² einer 3D-Oberflächenseismik unterzogen. Innerhalb dieses Untersuchungsgebiets liegen Kandel, Minfeld, Freckenfeld, Winden, Steinweiler, Erlenbach und Herxheim-Hayna. Ob diese seismischen Untersuchungen inzwischen auf das gesamte Erlaubnisfeld ausgedehnt wurden, ist uns bislang nicht bekannt.

Letztlich kann es aber, was die Standortfrage der weiteren geplanten Geothermiekraftwerke angeht, jeden der oben genannten Orte treffen. Teilweise befinden sich Gemeinden im Hinblick auf die möglichen Erdbeben bereits im Einwirkungsbereich eines oder mehrerer geplanter Geothermiekraftwerke, wie z. B. Rohrbach, das zwischen Insheim und Steinweiler liegt.