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BIG Steinweiler e.V.Kein Geothermiekraftwerk in Steinweiler!

von unter Allgemein

Zur Mitgliederversammlung der BI Geothermie Steinweiler waren 20 Mitglieder erschienen. Der Vorstandsvorsitzende Walter Ecker begrüßte die Anwesenden und berichtete danach ausführlich über die Aktivitäten der BI im vergangenen Geschäftsjahr. Anschließend stellte Werner Forkel kurz den aktuellen Stand der Verfahren dar. Nach dem Bericht des Schatzmeisters und der Kassenprüfer wurde der Vorstand von der Mitgliederversammlung ohne Gegenstimme entlastet.

Im Anschluss daran folgten die turnusgemäßen Neuwahlen unter Leitung von Ernst Westermann. Die bisherigen Amtsinhaber Walter Ecker (Vorsitzender), Stefanie Widmayer und Werner Forkel wurden in ihren Ämtern bestätigt. Neu im Vorstand sind Helene Henn und Fritz Liar. Im Amt außerhalb des Vorstands nimmt Klaus Klein auch weiterhin die Aufgaben des Schatzmeisters wahr. Die beiden Kassenprüfer Manfred Lieber und Frank Schäfer wurden ebenfalls wiedergewählt. Alle Wahlen erfolgten jeweils ohne Gegenstimmen.

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In einer Pressemitteilung vom 24.03.2011 fordert der Bundesverband Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e. V. die Beendigung von Risikotechnologien:

 

1.  Wir müssen so schnell wie möglich von der Risikotechnologie Atomkraft wegkommen

Die Befürchtungen der Atomkritiker sind Realität geworden: Das von der Atomlobby als schier unmöglich Dargestellte ist eingetreten. Auch in Deutschland kann es durch eine Verkettung unglücklicher Zufälle zu einem Super-Gau kommen, weil die Atomkraft in letzter Konsequenz nicht wirklich beherrschbar ist.

Wir müssen auf risikofreie erneuerbare[1] Energien umsteigen, d. h. auf Windkraft und Sonnenenergie, bei gleichzeitigem Ausbau der Netze und der Optimierung von Speichertechnologien.

 

2.  Risikotechnologien sind generell abzulehnen

Wenngleich die Risiken der Tiefengeothermie mit denen der Atomkraft nicht vergleichbar sind, handelt es sich dennoch um eine Risikotechnologie, die Schäden, zumindest Gebäudeschäden, verursachen kann und die ebenfalls nicht beherrschbar ist.

Insbesondere die Seismizität ist nicht beherrschbar. Induzierte Erdbeben lassen sich nicht ausschließen, sie sind vielmehr Bestandteil der Tiefengeothermie. Weder lässt sich mit Sicherheit voraussagen, wie stark ein induziertes Erdbeben ausfallen wird, noch lassen sich einmal angestoßene Erdbeben durch Abschaltung des GKW stoppen.

Bei Eingriffen in die Natur sind die Folgen nie absehbar. Es gibt nur Vermutungen und Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Wenn wir mit Wahrscheinlichkeiten zu tun haben wollen, sollten wir Lotto spielen. Wenn wir hingegen in Deutschland in Sicherheit leben wollen, sollten wir lieber auf harte Fakten und Gewissheiten setzen.

Windenergie und Sonnenenergie lassen sich an der Erdoberfläche praktisch gefahrlos abgreifen.

Für die Nutzung von Erdwärme hingegen muss man in die Erdoberfläche eingreifen, was stets mit Risiken verbunden ist.

Wie riskant die Tiefengeothermie ist, zeigt uns nicht nur die Unbeherrschbarkeit der Seismizität, sondern auch der jüngste Störfall in Landau: Am 22.03.2011 ist laut einem Bericht der RHEINPFALZ vom 24.03.2011 aus der Anlage hochgiftiges und hochexplosives Isopentan ausgetreten.

Da der Ausstieg aus der Atomenergie bei konsequentem Ausbau der Nutzung von Wind- und Sonnenenergie auch ohne Einstieg die Tiefengeothermie möglich ist, kann und muss die Nutzung von Tiefengeothermie als Risikotechnologie unterbleiben.

 


[1] Erneuerbare Energien sind Energien aus Quellen, die sich kurzfristig von selbst erneuern. Die Tiefengeothermie ist keine erneuerbare Energie, weil einer z. B. 20-jährigen Nutzungszeit eine ca. 50-fache und damit rund 1000-jährige Regenerationsphase des Reservoirs gegenübersteht, somit von einer kurzfristigen Erneuerung keine Rede sein kann.

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Die Bürgerinitiativen Steinweiler und Landau veröffentlichten anlässlich ihrer gestrigen Pressekonferenz zum Thema „Tiefe Geothermie Aktuell“ folgende gemeinsame

 Pressemitteilung:

1.
Darüber, dass die Erdbeben in Landau durch das dortige Geothermiekraftwerk ausgelöst wurden, besteht nach dem Abschlussbericht der Expertengruppe mittlerweile Einigkeit. Durch neue Sachverständigengutachten für zunächst zwei Landauer Gebäude ist nunmehr auch nachgewiesen, dass die dort entstandenen Schäden auf Erdbeben zurückzuführen sind. Die Schadensbilder sind nach der englischsprachigen Original­fassung der EMS-98 mindestens der Intensität VI zuzuordnen. Die Meinung der Expertengruppe, die Intensität des Bebens vom 15.08.2009 habe in Landau maximal V betragen, kann daher nicht aufrechterhalten werden.

Durch die spürbaren Erdbeben in Landau am 12.12.2010 und am 15.12.2010 wurde darüber hinaus auch die Annahme der Expertengruppe, die Seismizität bei der Tiefengeothermie sei beherrschbar, ad absurdum geführt.

Die Bürgerinitiativen Landau und Steinweiler begrüßen ausdrücklich das Regierungs­programm für die Jahre 2011-2016, nach welchem die Tiefengeothermie verantwort­lich nur ausgebaut werden kann, wenn Folgeschäden auszuschließen sind. Da Schäden, wie nunmehr nachgewiesen ist, nicht nur nicht ausgeschlossen werden können, sondern bereits eingetreten sind, fordern die Bürgerinitiativen Landau und Steinweiler die sofortige konsequente und kompromisslose Umsetzung dieses Regierungsprogramms: Laufende Genehmigungs­anträge für GKWe sind abzulehnen, bereits erteilte Genehmigungen sind aufzuheben.

2.
Mit der Verlängerung der Betriebsgenehmigung für das GKW Landau bis 31.03.2011 waren Auflagen verbunden. Über die Inhaltsstoffe des Thermalwassers bzw. des Thermal­was­serdampfes besteht bis heute keine Klarheit. Das GKW Landau blieb auch nach dem 31.12.2010 in Betrieb, obwohl die mit der Verlängerung verbundenen Auflagen, darunter die Vorlage eines Ergänzungsgutachtens, noch nicht vollständig erfüllt und die Untersuchungen des Thermalwassersdampfes bis heute noch nicht abgeschlossen sind. Dies ist nach unserer Auffassung keine sicherheitsorientierte Verwaltungspraxis.

3.
Bürgerbeteiligung bedeutet nicht nur, die Bürger „anzuhören“, sie „mitzunehmen“ und ihre Bedenken zu „berücksichtigen“. Die Umsetzung verstärkter Bürgerbeteiligung darf sich nicht darauf beschränken, die Bürger von den Planungen überzeugen zu wollen oder an Umset­zungsdetails mitwirken zu lassen. Bei Risikotechnologien müssen die vor Ort betroffenen Bürger ein unüberwindbares Veto-Recht haben.

 
4.
Das angeforderte vollständige Gutachten zur Risikoabschätzung betreffend das GKW Landau liegt den Bürgerinitiativen bis heute nicht vor. Das der BI Landau nur zur Einsicht vorgelegte Risikogutachten hat einen Umfang von 69 Seiten, hiervon sind ca. 30 Seiten, hiervon wiederum ca. 25 komplett, geschwärzt. Der Name eines zweiten Standorts neben Landau, auf den sich das Gutachten ebenfalls bezieht, ist in der Überschrift des Gutachtens geschwärzt. Es ist ein Skandal, wenn inzwischen sogar um Standortnamen ein Geheimnis gemacht wird. Was soll vor den Bürgern welcher Gemeinde hier verheimlicht werden? Bei Risikotechnologien wie der Tiefengeothermie darf es kein Versteckspiel hinter „Urheberrechtsschutz“ und so genannten „Betriebsgeheimnissen“ geben.