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BIG Steinweiler e.V.Kein Geothermiekraftwerk in Steinweiler!

von unter Allgemein

GEMEINSAME PRESSEERKLÄRUNG

der

Bürgerinitiativen Landau-Südpfalz, Rohrbach & Insheim, Steinweiler

 

Die Glaubwürdigkeit ist schon futsch

 

Ist es Ignoranz, Unwissenheit oder Volksverdummung oder alles zusammen? Diese Frage stellt sich, wenn man in der Rheinpfalz das dpa-Interview mit dem Bohr-Unternehmer Daldrup liest. Die heile Welt des Bohrexperten sieht so aus: Das Geothermie Kraftwerk Landau läuft seit 2009 störungsfrei. Es gibt zwar in der Region Landau jährlich 40 messbare Erdbeben, davon wurde aber nur eines im Jahre 2009 durch das Geothermiekraftwerk Landau ausgelöst. Das wackelt nicht mal ein Bierglas. Purer Zynismus gegenüber den betroffenen Menschen im südbadischen Staufen ist es, wenn Daldrup erklärt , dass die 260 beschädigten Gebäude mit einem Schadensvolumen von ca. € 80 Mio. auf Baumängel zurückzuführen sind.

 

Wenn alles so heile Welt ist,

  • Warum musste die Leistung des Kraftwerkes Landau auf unter 50 % zurückgefahren werden?
  • Warum wurde das Kraftwerk in den letzten Jahren mehrfach bis zu 5 Monate stillgelegt?
  • Weshalb wollte die Energie Südwest die hohen finanziellen Lasten nicht mehr mittragen und ursprünglich ganz aus dem Geothermie Kraftwerk aussteigen?
  • Warum begründete die EnergieSüdwest ihren Ausstieg mit der Ungewissheit über den Erfolg der 3. Bohrung – hier wird als Negativ-Beispiel Insheim angeführt-und den sicheren, wirtschaftlichen Betrieb, ohne Gefährdung des Eigentums der Bürger, infrage stellt.
  • Warum wollte der örtliche Energieversorger ESW seinen Kunden die Gefahren und Risiken des GKW nicht mehr zumuten?
  • Wie so benötigt man jetzt noch die 3. Bohrung für über 10 Mio. Euro?

 

Die Fakten sprechen leider eine ganz andere Sprache:

Seit 2008 wurden in Landau 51 sogenannte induzierte, d.h. vom Geothermiekraftwerk ausgelöste Erdbeben unterschiedlicher Stärke gemessen und vom Landesamt für Geologie und Bergbau in Mainz veröffentlicht. Nachweislich sind bei den Beben seit dem Jahre 2009 bis heute Gebäudeschäden entstanden. Keines der aufgezeichneten Beben hatte eine tektonischen Ursache.

Bisher sind in Deutschland 3 Tiefe Geothermiekraftwerke mit dem Schwerpunkt Stromerzeugung in Betrieb. Alle bereiten große Probleme.

Ein Tiefe Geothermieprojekt in der Nähe von St. Gallen in der Schweiz verursachte mehrere Erdbeben bis zur Stärke von 3,6. Die Bohranlage stand kurz vor einer Explosionskatastrophe, die auch Menschen in Lebensgefahr gebracht hätte. Die Bohrung wurde gestoppt.

Die Fa. Daldrup hat keine Erfahrungen mit Tiefe Geothermie-Kraftwerken im tektonisch kritischen Oberrheingraben.

Lt. Süddeutscher Zeitung steht das Geothermie-Projekt der Gemeinden Grasbrunn, Vaterstetten und Zorneding (Bayern) auf der Kippe, weil die Daldrup-Gruppe die geforderte Versicherung für das hohe Ausfallrisiko nicht beibringen kann.

Teile der Orte Staufen im Breisgau (www.wir-halten-staufen-zusammen.de/index.html) und des elsässischen Lochwiller (s. Rheinpfalz v.3.8.) drohen aufgrund von Erdhebungen, ausgelöst durch Geothermie-Bohrungen, zu zerfallen. In Staufen musste das erste Gebäude abgerissen werden. Für die Menschen in diesen Orten sind dies nicht vorstellbare Tragödien. Richtig ist, dass es sich nicht um Tiefe Geothermieprojekte handelt, zeigen aber trotzdem die Unwägbarkeiten und den offensichtlich nicht vorhandenen Sachverstand bei sogenannten Experten und dies bei Bohrungen bis zu einer Tiefe von 100 m.

 

Der selbsternannte Heilsbringer, Herr Daldrup, hat sich schlecht möglichst in unserer Region eingeführt. Die getätigten Äußerungen zeigen ein hohes Maß an Ignoranz. Die berechtigten Bedenken, Ängste der Menschen werden missachtet. An der viel beschworenen Kompetenz der handelnden Personen muss aufgrund der Ausführungen auch in Zukunft gezweifelt werden, die Glaubwürdigkeit ist jetzt schon futsch.

Für die Landauer und die Bewohner der angrenzenden Orte sind dies leider keine guten Nachrichten.

Sie müssen sich auf eine verstärkte Erdbebentätigkeit im Winterhalbjahr, auf die noch nicht überschaubaren Gefahren und Risiken des Geothermie-Kraftwerk-Betriebes sowie auf einen Investor einstellen, den die Belange, Ängste und Sorgen der Menschen nicht interessieren.

Interessant wäre es, zu erfahren, mit wie viel Steuermillionen der Einstieg von Daldrup gepampert wurde und ob die Pfalzwerke als Stromversorger auch die Interessen ihrer Kunden im Blick hat.

von unter Allgemein

BI Energieforum Rohrbach & Insheim ist geschockt von den Geothermieplänen der Wirtschaftsministerin Lemke

In der RHEINPFALZ vom 31.07.2013 wurde eine Pressemitteilung der BI Energieforum Rohrbach & Insheim unter der Schlagzeile „Lassen uns nicht zum Steigbügelhalter machen“ leider nur unvollständig wiedergegeben.

Hier nun die vollständige Pressemitteilung unserer Nachbar-BI:

„Jetzt ist klar wohin die Reise mit der Tiefe-Geothermie in Rheinland-Pfalz geht. 10 – 12 Geothermie-Kraftwerke, mit großer Wahrscheinlichkeit in der Vorderpfalz angesiedelt, ist das  Traumziel  unserer Wirtschafts- und Energieministerin Frau Lemke. Die Bedenken, Ängste der Menschen in unserer Region werden ignoriert, sind noch nicht einmal eine Anmerkung und schon gar nicht einer Diskussion würdig. Ein Schlag ins Gesicht der von Gebäudeschäden betroffenen Menschen von Landau bis Steinweiler.  1% des Energiebedarfes soll durch die Tiefe-Geothermie abgedeckt werden. Da erhebt sich schon die Frage, ob eine ganze Region wegen diesem einen Prozent in Mitleidenschaft gezogen werden darf. Von den immensen Kosten und der unwirtschaftlichen Energiegewinnung ganz zu schweigen. Unsere grüne Ministerin hat sich dies nun mal in den Kopf gesetzt und das wird auf Teufel komm raus realisiert, egal was und wer auf der Strecke bleibt.

Bisher war die  BI Energieforum Rohrbach& Insheim gewillt, das Geothermie-Forum, welches in Fortsetzung der  Mediation ins Leben gerufen wurde, kritisch, konstruktiv zu begleiten. Nunmehr erhebt sich für uns die Frage, ob es noch eine gemeinsame und vertrauensvolle Basis der Zusammenarbeit auch mit der Landesregierung gibt. Zum Steigbügelhalter der Tiefe-Geothermie  in der Vorderpfalz werden wir uns mit Sicherheit nicht machen.

Dass sich an den Gefahren der Tiefe Geothermie nichts geändert hat, zeigen 5 Erdbeben, die seit der Wiederinbetriebnahme des Geothermie-Kraftwerkes Insheim am 26.5. bis heute aufgetreten sind. In Landau waren es im II. Quartal d.J. ebenfalls 5 Erdstöße. Noch dramatischer war die Situation bei einem Geothermieprojekt in der Nähe von St. Gallen in der Schweiz.  Mehrere Erdbeben bis zur Stärke von 3,6, ausgelöst durch Gaseintritt bei einer Bohrung in 4 km Tiefe, riss St. Gallener und Appenzeller früh morgens aus dem Schlaf. Die  Bohranlage stand kurz vor einer Explosionskatastrophe, die auch Menschen in Lebensgefahr gebracht hätte.  Die Bohrung wurde gestoppt.

Solche „unvorhersehbare Ereignisse“ sind bei Geothermiebohrungen keine Seltenheit. Im Nachgang zu diesem Erdbeben in St. Gallen sagen Politiker und Fachleute aus der Schweiz der Geothermie eine düstere Zukunft voraus. Für Frau Lemke ist dies alles keine Diskussion würdig.

Vor  gut zwei Monaten war die 3. Bohrung beim Geothermie-Kraftwerk Landau für die Energie-Südwest  nicht mehr vertretbar. Begründet u.a.  mit der Nähe zum neuen Wohnpark, wegen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit aufgrund der seismischen Situation in der Südpfalz und dass man den Landauer Bürgerinnen und Bürger die Lasten der Geothermie nicht aufbürden könne. Nach der Devise „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“ wird nun die 3. Bohrung,  insbesondere aber der neue Investor Fa.  Daldrup,  als Heilsbringer gefeiert. Also ging es ausschließlich um wirtschaftliche Belange; Themen wie Sicherheit waren nur vorgeschoben. Beruhigend ist im übrigen, dass der neue Geschäftsführer der Fa. Geox GmbH “ Sachverstand aus Island mitbringt, sind doch die geologischen und tecktonischen Strukturen in unserer Regionen mit denen von Island vergleichbar“. Angeblich ist der Marktführer aus Westfalen in Sachen Geothermie erfahren und erfolgreich. Aber es gibt in Deutschland nur 3 Tiefe-Geothermie-Kraftwerke mit Schwerpunkt „Stromerzeugung“ und alle 3 bereiten große Probleme. Landau muss sich auf eine verstärkte Erdbebentätigkeit im  Winterhalbjahr einstellen.

Die BI Energieforum Rohrbach & Insheim ist nun seit ca. 2 Monaten tätig. Eine Vielzahl von Aufgaben waren in dieser kurzen Zeit zu bewältigen. Im Mittelpunkt stand die Verabschiedung eines 10 Punkte-Programms, welches Leitlinie für die Arbeit in den nächsten Monaten sein wird. Dabei geht es um Forderungen, wie z.B., Sicherheitsabstände zwischen Geothermiekraftwerken, Offenlegung und Widerruf der vergebenen Konzessionen zur Aufsuchung von Erdwärme in der Südpfalz, Stilllegung des Kraftwerkes Landau, Weiterbetrieb von Insheim nur bei erdbebenfreien Betrieb tolerabel, Beweislastumkehr bei Gebäudeschäden usw.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Unterstützung unserer Mitglieder bei der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen aus Gebäudeschäden, die durch das Geothermiekraftwerk Insheim verursacht wurden bzw. werden. Erste Schadensregulierungen konnten erledigt werden.

Mit Schreiben vom 15.6.d.J.forderten wir das Landesamt für Geologie und Bergbau auf,  in Wahrnehmung der Aufsichtspflicht die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerkes Insheim wegen nicht gegebener Betriebssicherheit zu untersagen.  Eine Stellungnahme des Amtes liegt noch nicht vor. Von Frau Lemke war allerdings bereits zu vernehmen,“ dass eine Versagung der bergrechtlichen Zulassung aus rechtlichen Gründen nicht in Betracht kommt“.  Unser Schreiben an das LGB ging in Kopie auch an die 4 Bundestagskandidaten der großen Parteien. Erkenntnisreich ist, dass sich außer Herr Gebhardt (CDU) kein weiterer Kandidat zu unserem Schreiben geäußert hat.  Für die Herren Hitschler, Wissing und Lindner sind die Bedenken und Ängste der Menschen mit der Tiefe Geothermie in Ihrem Wahlkreis  wohl  keine Stellungnahme wert.

Den Messnetzen zur Feststellung der Erdbebenstärken und Bodenschwinggeschwindigkeiten widmen wir unsere besondere Aufmerksamkeit. Hier waren in den letzten Wochen aus unserer Sicht doch einige Unplausibilitäten  festzustellen. Zu neuen Erkenntnissen führte  ein Besuch in Mainz beim LGB.

Neben der Tiefe-Geothermie werden wir auch die weitere Entwicklung in Insheim hinsichtlich des neu auf der Tagesordnung stehenden Themas: „Seismische Untersuchungen“ aufmerksam und kritisch begleiten.“

von unter Allgemein

Wie die Sendung SWR Landesschau aktuell heute berichtet, muss in Staufen/Breisgau nunmehr das erste Haus gänzlich abgerissen werden. Die Standsicherheit sei nicht mehr gewährleistet, so die zuständige Behörde. Das Gebäude liege unmittelbar auf einem Bodenriss und sei dadurch in zwei Teile gerissen gerissen worden, heißt es in der Meldung des SWR, wobei die Rissbreite im Bauwerk mehr als 25 cm betrage.