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BIG Steinweiler e.V.Kein Geothermiekraftwerk in Steinweiler!

von unter Allgemein

Zuletzt vom Geothermiekraftwerk Insheim ausgehende Erdbeben haben nicht nur die Bewohner großer Teile der Südpfalz in Angst und Schrecken versetzt, sondern auch zu zahlreichen Schadensmeldungen geführt. In der Berichterstattung ist verharmlosend stets nur von „kleineren“ oder „leichten“ Beben die Rede. Die Landesregierung, insbesondere Energieministerin Lemke, hat es nach dem letzten Insheimer Erdbeben noch nicht einmal für nötig befunden, sich zu dem Beben zu äußern, geschweige denn, Kontakt mit den Betroffenen aufzunehmen.

Richtig ist zwar, dass, global betrachtet, ein tektonisches[1] Erdbeben der Magnitude 2 keinen Seismologen vom Hocker reißt. Wir verkennen auch nicht, dass die bislang in der Südpfalz verursachten Erdbeben mit größeren Schadbeben, wie etwa in Norditalien oder gar Haiti, nicht vergleichbar sind. Hier in der Südpfalz haben wir es jedoch mit geothermieinduzierten oberflächennahen Erdbeben nicht unerheblicher Intensität zu tun.

Wir verwahren uns daher entschieden dagegen, dass die durch die Tiefengeothermie und damit unnötig induzierten Erdbeben von Politik und Betreibern in der Hoffnung, die Bürger würden sich schon mit der Zeit an die Beben gewöhnen, verharmlost werden.

Ein induziertes Erdbeben findet in der Regel oberflächennah statt. Je näher das Hypozentrum[2] des Bebens an der Erdoberfläche liegt, desto größer ist in der Regel seine sogenannte Intensität. Mit dem Grad der Intensität werden sowohl Wahrnehmbarkeit als auch Schadenswirkungen bewertet. Hierbei kann man – in etwa – sagen, dass ein oberflächennahes Erdbeben ohne weiteres eine um ca. zwei Stufen höhere Intensität haben kann als ein Tiefbeben gleicher Magnitude. Führt ein Tiefbeben der Magnitude 2 z. B. zu einer Intensität von IV, dann könnte sich also ein oberflächennahes Beben der Magnitude 2 unter Umständen ohne weiteres an der Erdoberfläche mit einer Intensität von VI auswirken, was bereits ohne weiteres Gebäudeschäden nach sich zieht, wie wir sie hier in der Südpfalz bereits erlebt haben. In von Politik und Wirtschaft lancierten Pressemeldungen über induzierte Erdbeben werden diese Zusammenhänge praktisch durchweg verschwiegen.

Wir verwahren uns daher ausdrücklich gegen jedweden Versuch der Verharmlosung von geothermieinduzierten Erdbeben.

  • Menschgemachte Erdbeben sind inakzeptabel
  • Erdbeben, die zu Angst in der Bevölkerung führen, sind inakzeptabel
  • Erdbeben, die Schäden verursachen können, sind inakzeptabel
  • Erdbeben, die die Bevölkerung erschrecken, verängstigen oder gar Schäden verursachen, sind weder „klein“ noch „leicht“
  • Die Südpfalz und andere besiedelte Gebiete sind keine Versuchslabore
  • Politiker, die sich trotz der Angst der Menschen nicht aktiv für die Beendigung der Tiefengeothermie einsetzen, sind inakzeptabel

Daher ist auch die Fortführung der Tiefengeothermie inakzeptabel. Politiker, die dies nicht verinnerlichen, sollten umgehend gefeuert werden.


[1] Erdbeben natürlicher Genese im tiefen Untergrund nennt man tektonische Erdbeben

[2] Das Hypozentrum ist der Punkt im Untergrund, von dem das Erdbeben ausgeht

von unter Allgemein

Einladung zur Protestveranstaltung 2013

Erdbeben verursacht durch Geothermiekraftwerke bedrohen Steinweiler und die Südpfalz weiterhin. Nach den auch in Steinweiler spürbaren Erdbeben vom 2. Oktober – ausgelöst durch das nahegelegende GKW in Insheim – ist das Thema auch bei uns wieder brandaktuell.

Gegen den weiteren Bau  und den Betrieb von Geothermiekraftwerken, der gegen den ausdrücklichen Bürgerwillen auch in Steinweiler weiter verfolgt wird, wenden wir uns mit unse­rer schon traditionellen

Protestveranstaltung

„Schluss mit der Tiefengeothermie in Steinweiler und Umgebung“

am

Samstag, den 9. November 2013 um 14:00 Uhr an der

Landwirtschaftshalle Ortsausgang Steinweiler Richtung Kandel

 

Zeitgleich findet dort als Bestandteil der Protestveranstaltung eine

Öffentliche außerordentliche Mitgliederversammlung

unserer Bürgerinitiative statt, zu der wir alle Mitglieder und die Öffentlichkeit hiermit ebenfalls herzlich einladen. Einziger Tagesordnungspunkt der Mitgliederversammlung ist der „Bericht des Vorstands“, mit dem zugleich auch die Protestveranstaltung eingeleitet wird. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung abweichend von den früheren Jahren schon um 14 Uhr beginnt.

Die Veranstaltung findet bei gutem Wetter vor der Halle, bei schlechtem Wetter in der Halle statt. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Die gesamte Bevölkerung – auch der umliegenden Ortschaften – ist herzlich eingeladen.

Mit freundlichen Grüßen
Der Vorstand

von unter Allgemein

Wir gratulieren der Ortsgemeinde Insheim zum Jubiläum: Das induzierte Erdbeben, das in der vergangenen Nacht erhebliche Teile der Südpfalz erschütterte und zahlreiche Einwohner in Angst und Schrecken versetzte, war laut Datenbank des Landesamtes für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz das 50. induzierte Erdbeben in Insheim.

Herzlichen Glückwunsch!

Bis Redaktionsschluss konnten wir noch nicht in Erfahrung bringen, ob der Insheimer Ortsbürgermeister Bergdoll plant, dieses Jubiläum im Rahmen einer offiziellen Feierstunde gebührend zu würdigen und zu diesem Anlass politische Prominenz, wie z. B. Staatsministerin Lemke und Bundesumweltminister Altmaier, zu einem Umtrunk nach Insheim einzuladen.

von unter Allgemein

Einen erheblichen Schreck bekamen etliche Bürger der Südpfalz durch ein induziertes Erdbeben der Magnitude 2,1 am 02.10.2013 um 3:13 MESZ (1:13 UTC), das sein Hypozentrum in Insheim in der Nähe des dortigen Geothermiekraftwerks hatte und ganze Häuser erzittern ließ. Spürbar und auch hörbar war das Erdbeben in zahlreichen Orten der Südpfalz. Bereits heute Morgen lagen uns zahlreiche Meldungen aus Steinweiler, Insheim, Rohrbach, Billigheim und Landau vor. „Ich habe erst einen Knall gehört und dann hat das ganze Haus gewackelt“ schrieb eine Betroffene in Facebook. Mit den Worten „Hatte echt Panik“ schilderte eine andere Betroffene ihr nächtliches Erlebnis.

„Das ist „German Angst“, sie ist unbegründet. Die Geothermie ist überhaupt nicht in der Lage, Erdbeben zu erzeugen.“ erklärte Bohr-Unternehmer Josef Daldrup noch im August laut einem in der Papierausgabe der RHEINPFALZ vom 21.08.2013 wiedergegebenen dpa-Interview zur Sorge der Bürger vor weiteren Erdbeben.

Selbst der Insheimer Geothermiebetreiber Pfalzwerke geofuture GmbH geht laut einer Pressemeldung der Pfalzwerke AG vom heutigen Tage davon aus, dass ein Zusammenhang zwischen dem seismischen Ereignis und der Veränderung der Fließwege des Thermalwassers im Untergrund – und somit dem Betrieb des Geothermiekraftwerks – besteht.

Nun sollte es wirklich jeder begriffen haben. Wer also nach diesem Erdbeben noch ein weiteres Mal behaupten würde, die Geothermie könne kein Bierglas zum wackeln bringen, wäre nichts anderes als ein Lügner.

Mit der Aussage der Pfalzwerke AG in deren Presseeerklärung, es sei immer das Ziel, die Schwingungen unterhalb der Spürbarkeitsgrenze zu halten, ist den Bürgern leider nicht geholfen. Denn mit dem Setzen und Verfolgen von Zielen allein lässt sich Sicherheit nicht garantieren. Schließlich handelt es sich hier nicht um ein Wunschkonzert, sondern um Bergbau und unberechenbare Reaktionen des tiefen Untergrunds.